Studentenproteste
in anderen Ländern
Studentische Demonstrationen sind ein Phänomen, das nicht nur in Deutschland anzutreffen ist. In vielen Ländern der Welt sind es immer wieder Studenten, die sich zum einen für hochschulpolitische Anliegen einsetzen, zum anderen aber auch allgemeinpolitische Forderungen stellen.
Die "68er" Bewegung war beispielsweise kein rein deutsches Phänomen. Die ersten bedeutenden Protestaktionen dieser Epoche fanden in den USA statt. In zahlreichen Ländern der Welt fanden zu dieser Zeit ähnliche Proteste statt. Dieses Phänomen beschränkte sich nicht nur auf die westliche Welt. Auch im Ostblock, wie zum Beispiel im Rahmen des Prager Frühlings, kam es zu weitreichenden studentischen Demonstrationen. Selbst in einigen Dritte-Welt-Ländern, wie zum Beispiel in Argentinien, kam es in dieser Zeit zu größeren studentischen Auseinandersetzungen.
Besondere Bedeutung erlangten die studentischen Proteste immer
dann, wenn es gelang, ein Bündnis mit den
Arbeiterorganisationen herzustellen, wie das Beispielsweise bei den
Maiunruhen in Frankreich der Fall war.
Auch für aktuelle studentische Proteste ist Frankreich ein
hervorstechendes Beispiel. 2006 beispielsweise wurde die Pariser
Universität Sorbonne besetzt. Auslöser für
die Unruhen war ein Gesetz der Regierung, das Berufsanfängern
bestimmte Rechte kürzen sollte. Schnell weiteten sich die
Proteste jedoch auf allgemeine Forderungen nach besserer Bildung und
sozialer Gerechtigkeit aus. Die Proteste führten zu teilweise
gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Bezeichnend ist in diesem Fall, dass wiederum ein Bündnis mit
weiten Teilen der Arbeiterklasse gelang, die die Protestaktionen
unterstützten. Selbst eigentlich verfeindete
Gewerkschaftsgruppen riefen zu einem gemeinsamen Protestzug auf.
Ein weiteres Beispiel für bedeutende
Studentenproteste ist die Volksrepublik China. 1989 kam es nach einer
studentischen Protestkundgebung zum sogenannten
Tian’anmen-Massaker. Die chinesische Regierung schlug die
Proteste gewaltsam nieder und es kam zu mehreren hundert Toten. Auch in
jüngerer Zeit waren es immer wieder studentische Gruppen, die
in China das Recht nach mehr Demokratie proklamierten.
Auch die jüngsten Unruhen in der arabischen Welt werden
vielfach von studenten angeführt.