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Studentenproteste

Seit den umfassenden Protestaktionen der Studenten Ende der sechziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts kam es bis heute immer wieder zu Protestaktionen der Studenten. Bei studentischen Demonstrationen werden oftmals hochschulspezifische Anliegen vorgebracht, manchmal handelt es sich jedoch auch um allgemeinpolitischen Forderungen.

Hochschulpolitische und allgemeinpolitische Proteste

Ein wichtiges Unterscheidungskriterium bei den verschiedenen studentischen Protesten ist die Frage, ob es sich um allgemeinpolitische oder hochschulspezifische Anliegen handelt.
In den meisten Fällen handelt es sich bei den Anliegen, die die Studierenden im Rahmen der Demonstrationen vortragen, um hochschulspezifische Anliegen. Die Demonstrationen gegen Studiengebühren oder gegen die Umsetzung des Bolognaprozesses sind aktuelle Beispiele für hochschulpolitische Anliegen. Da es sich hierbei nur um ein bestimmtes Sachthema handelt, sind diese Proteste meist weniger intensiv und eine Lösung oder Verständigung ist einfacher.
Allgemeinpolitische Forderungen werden hingegen seltener propagiert, können jedoch zu größeren Verwerfungen innerhalb der Gesellschaft führen. Jedoch werden allgemeinpolitischen studentische Demonstrationen heutzutage in der Regel nur von bestimmten politischen Splittergruppierungen organisiert und haben nur eine kleine Anhängerschaft. Eine bedeutende Ausnahme von dieser Regel sind jedoch die studentischen Proteste Ende der sechziger Jahre, die zu einem weitreichenden gesellschaftlichen Wandel führten. Die sogenannten "68er" konnten eine große Mehrheit der Studierenden mobilisieren, obwohl es sich bei deren Anliegen nicht um hochschulpolitische, sondern um allgemeinpolitischen Anliegen handelte.

Ein Überblick über die Geschichte der Studentenproteste in Deutschland



Studentenproteste sind ein Phänomen, dass in größerem Umfang erst Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts auftauchte. Vor diesem Zeitpunkt kam es nur zu kleinen und vereinzelten Aktionen, die auch nur geringe Wirkung hatten. Beispielsweise kam es in den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts zu vereinzelten Aktionen gegen den Nationalsozialismus. Dabei handelte es sich jedoch fast immer um mehr oder weniger spontane Aktionen, an denen nur wenige Personen teilnahmen und die keinerlei politische Auswirkungen hatten und von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wurden.

Ein Grund dafür, dass es vor 1960 kaum zu studentischen Demonstrationen kam ist sicherlich der sozialen Herkunft der Studenten in früheren Zeiten geschuldet. Vor der großen Erweiterung der Studienmöglichkeiten in der Nachkriegszeit waren die Studenten fast ausschließlich Kinder reicher bürgerlicher oder adeliger Schichten, also gerade der systemrelevanten Kreise dieser Zeit. Ein Protest dieser Schichten hätte zu einem direkten Zerwürfnis mit der Familie und außerdem zu einer radikalen Verschlechterung der Aussichten für eine spätere Karriere geführt. Bezeichnend ist, dass es gerade während des Nationalsozialismus zu vereinzelten Aktionen eben dieser Schichten kam.

Obwohl im Nationalsozialismus viele der politischen Vorstellungen der konservativen und nationalistischen Eliten umgesetzt wurden, so wurde Hitler doch wegen seiner sozialen Herkunft von diesen Kreisen oftmals verachtet. Bei dem von der Widerstandsforschung vielmals vorgebrachten Heidelberger Spargelessen, bei dem sich Mitglieder einer studentischen Verbindung über Hitler lustig machten, ist bezeichnend, dass dabei nicht die Politik, sondern lediglich die Person Hitlers angegangen wurde.